Praxisnahe Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Salesforce – von einem zertifizierten Architekten mit ueber 10 Jahren Erfahrung.
Die Sales Cloud fokussiert sich auf den Vertriebsprozess: Leads, Opportunities, Forecasting und Pipeline-Management. Die Service Cloud deckt den Kundenservice ab: Cases, Entitlements, Knowledge Base und Omnichannel-Routing. Beide teilen sich dieselbe Plattform und koennen kombiniert werden. In der Praxis ist eine klare Abgrenzung der Prozesse und Datenmodelle entscheidend.
Bei einer Single-Org-Strategie nutzen alle Geschaeftsbereiche und Laender eine gemeinsame Salesforce-Instanz. Vorteil: einheitliches Reporting und weniger Integrationsaufwand. Bei einer Multi-Org-Strategie erhaelt jede Einheit eine eigene Org. Vorteil: Autonomie und weniger Sharing-Komplexitaet. Die Entscheidung haengt von Governance, Datenschutz und Geschaeftsprozessen ab. Fuer globale Unternehmen (z.B. 52 Laender) empfehle ich in der Regel Single-Org mit durchdachtem Sharing-Modell.
Spaetestens wenn Ihr Projekt mehr als 3 Consultants umfasst, laenderuebergreifend ausgerollt wird, oder komplexe Integrationen (SAP, ERP, Marketing Automation) enthaelt. Ein Architekt stellt sicher, dass Datenmodell, Sharing-Konzept, Automatisierungen und Integrationen zusammenpassen – bevor technische Schulden entstehen. Bei Enterprise-Projekten ist der Architekt von Tag 1 an unverzichtbar.
Das Sharing-Modell steuert, welche Benutzer welche Datensaetze sehen und bearbeiten duerfen. Es besteht aus OWD (Org-Wide Defaults), Role Hierarchy, Sharing Rules und Manual Sharing. Ein falsch konfiguriertes Sharing-Modell fuehrt entweder zu Datenlecks oder zu Performance-Problemen. Bei globalen Rollouts ist dies oft der komplexeste Teil der Architektur.
Flows (deklarativ) sind die erste Wahl fuer Automatisierungen: Record-Triggered Flows, Screen Flows, Scheduled Flows. Sie sind wartbar, upgrades-sicher und erfordern keinen Entwickler. APEX kommt zum Einsatz bei:
Best Practice: So viel wie moeglich deklarativ, so wenig wie noetig per Code.
LWC ist das moderne UI-Framework von Salesforce, basierend auf Web Standards (HTML, JavaScript, CSS). Im Gegensatz zu den aelteren Aura Components sind LWC performanter, leichtgewichtiger und naeher an Standard-Webentwicklung. Sie werden fuer Custom UI eingesetzt – z.B. spezielle Dashboards, Formulare oder Integrationsansichten, die mit Standard-Konfiguration nicht umsetzbar sind.
Salesforce DX (SFDX) ist das CLI-basierte Entwicklungsmodell fuer source-driven Development. Vorteile:
In Enterprise-Projekten ist SFDX mit Git und CI/CD-Pipeline der Standard fuer professionelle Deployment-Prozesse.
Ein sauberer Deployment-Prozess umfasst: Dev Sandbox (Entwicklung) → QA/UAT Sandbox (Testing) → Production. Deployments erfolgen ueber SFDX mit sf project deploy start, validiert durch Unit Tests (min. 75% Code Coverage). Fuer kritische Releases empfehle ich einen Quick Deploy nach erfolgreicher Validation. Change Sets sollten in Enterprise-Projekten vermieden werden.
Die gaengigsten Ansaetze:
Die Wahl haengt vom Datenvolumen, der Echtzeit-Anforderung und der bestehenden Infrastruktur ab. Ich habe erfolgreich bidirektionale Integrationen zwischen Salesforce und SAP S/4HANA sowie SAP Marketing Cloud umgesetzt.
Platform Events sind Salesforces Event-Streaming-Mechanismus (publish/subscribe). Sie eignen sich fuer:
Vorteil gegenueber direkten Callouts: keine Abhaengigkeit von der Verfuegbarkeit des Zielsystems zum Zeitpunkt der Ausloesung.
Eine Connected App ist die Konfiguration in Salesforce, die externen Anwendungen den sicheren Zugriff ueber OAuth 2.0 ermoeglicht. Sie definiert Zugriffsrechte, Scopes, IP-Restrictions und Session Policies. Bei Integrationen (z.B. SAP CPQ Embedding, SSO-Szenarien) ist eine sauber konfigurierte Connected App die Grundlage fuer sichere System-zu-System-Kommunikation.
In agilen Projekten (SCRUM): Discovery (Anforderungsanalyse, Ist-Zustand) → Solution Design (Architektur, Datenmodell) → Iterative Sprints (Konfiguration, Entwicklung, Testing) → UAT & Key-User Training → Go-Live & Hypercare. Entscheidend ist, dass Requirement Engineering und Solution Design genuegend Zeit bekommen – hier werden die meisten Fehler vermieden oder verursacht.
Die Kosten haengen stark vom Umfang ab. Grobe Orientierung:
Dazu kommen Salesforce-Lizenzkosten. Ein erfahrener Freelancer kann hier erhebliche Kosten sparen – siehe Vergleich Freelancer vs. Consultant.
Fuer verschiedene Rollen:
Architektur-Zertifizierungen (insbesondere Sharing & Visibility Architect, Data Architect) sind die anspruchsvollsten und fuer komplexe Enterprise-Projekte am relevantesten.
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